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Wurzelkanalbehandlung

...mittels moderener Geräte und Materialien

Wurzelkanalbehandlung mit dem Mikroskop – die Alternative zum Zahnersatz

Die 10 häufigsten Fragen zum Thema Wurzelkanalbehandlung

1. Warum kommt es zu einer Wurzelkanalbehandlung?

Eine Wurzelkanalbehandlung ist dann notwendig, wenn Bakterien (z. B. verursacht durch eine unentdeckte Karies) den Zahnnerv so geschädigt haben, dass dieser abstirbt. Bereits in diesem frühen Stadium können heftige Schmerzen auftreten, müssen aber nicht! Bleibt dieser Prozess schmerzfrei und weiter unentdeckt, vermehren sich die Bakterien weiter und dringen in den die Wurzelspitze umgebenden Knochen vor. Erst jetzt wird die Erkrankung auch im Röntgenbild sichtbar. Ein Abszess (im Volksmund: "Zahnvereiterung", "dicke Backe") kann entstehen. Eine Wurzelkanalbehandlung ist dringend medizinisch notwendig!

2. Ist die Wurzelkanalbehandlung schmerzhaft?

Eine Wurzelkanalbehandlung selbst wir i. d. R. unter lokaler Betäubung durchgeführt. Deshalb wird die Behandlung nicht weh tun. Der Behandlungsbeginn kann nur dann schmerzhaft sein, wenn die Entzündung noch sehr aktiv ist. Durch Einlage eines bestimmten Medikamentes im Zahn oder durch die Einnahme eines Antibiotikum kann diese aktive Entzündung zurückgedrängt werden, so dass bei der nächsten Sitzung keine Schmerzen mehr zu erwarten sind.

Da während der Behandlung bestimmte Spüllösungen benutzt werden (siehe nächste Frage), kann bis zu 5 Tage nach der Wurzelkanalbehandlung eine Art Wundgefühl vorliegen. Dies nimmt ständig ab und sollte Sie nicht beunruhigen. Wir empfehlen die Einnahme eines Schmerzmittels.

Ein Zeichen für eine wieder aufflammende Entzündung ist ein pulsierender Schmerz. Sie spüren sozusagen Ihren Herzschlag im Zahn. Sie benötigen kurzfristig noch einmal einen Termin bei uns.

3. Wie ist der Ablauf der Wurzelkanalbehandlung?

Die Entzündung des Zahnes wird stets durch Bakterien verursacht. Deshalb ist das A und O der Wurzelkanalbehandlung die Desinfektion. Damit kein bakterienhaltiger Speichel in den Zahn hineinkommt, stülpt man nach der Betäubungsspritze eine Art OP-Tuch, ein Gummituch (den Kofferdam) wie eine Dichtung über den Zahn. Er macht die Behandlung für Sie angenehm: Sie können ungestört atmen, es kann kein Instrument in den Mund fallen und die teils unangenehmen Spüllösungen kommen nicht mit Ihrem Mund in Berührung. Unterm Strich wird die Qualität massiv gesteigert und ein Erfolg der Behandlung sehr viel wahrscheinlicher!

Dann wird ein Loch oben in den Zahn gebohrt, so dass man die Nerveingänge in die einzelnen Zahnwurzel sehen kann. Diese werden erweitert und von totem Nervgewebe gereinigt. Dazu werden kleinste, sehr flexible Feilen benutzt. Damit wir wissen, wie nah wir an der Wurzelspitze sind, wird über ein elektronisches Verfahren ständig die Position der Reinigungsfeilen kontrolliert. Erst wenn wir die Wurzelspitze erreicht haben, wird ein Röntgenbild zwingend notwendig (die sog. Messaufnahme). Während der gesamten Behandlung wird ständig mit antibakteriellen Lösungen gespült. Am Ende der Sitzung werden die Wurzelkanäle mit einem antibakteriellen Medikament aufgefüllt. Wenn der Zahn über mehrere Tage beschwerdefrei bleibt, kann bereits in der nächsten Sitzung abgefüllt werden. Man spricht hier von der Wurzelkanalfüllung. Dazu benutzen wir erwärmtes Guttapercha (eine spezielle Komposition auf Basis eines asiatischen Baumharzes), welches die Wurzelkanäle bakteriendicht verschließt. Die Kaufläche wird vorübergehend mit einem Kompositmaterial ebenfalls bakteriendicht verschlossen. Ein Abschlussröntgenbild wird gemacht, um den perfekten Sitz des Füllmaterials zu dokumentieren. Wir empfehlen jetzt nun je nach Ausgangsbefund einige Wochen mit der Endversorgung der Zahnkrone zu warten.

4. Muss bei der Behandlung geschnitten werden?

Nein, bei der Wurzelkanalbehandlung wird nur im Zahn, also nicht chirurgisch, gearbeitet. Es gibt keine "offene Wunde".

Geschnitten wird bei der Wurzelspitzenresektion (WSR). Sie ist ein chirurgisches Verfahren, die als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen wird, wenn alle anderen Massnahmen gescheitert sind.

5. Wie viele Termine sind notwendig?

In der Regel sind zwei Termine notwendig. Im ersten Termin erfolgt die Kanalaufbereitung und Reinigung und in der zweiten Sitzung werden die Wurzelkanäle bakteriendicht verschlossen.

Nur in schwierigen Fällen mit starker bakterieller Infektion sind mehr Sitzungen denkbar. Das hängt jedoch stark vom Einzelfall ab.

6. Wie lange bin ich nach der Wurzelkanalbehandlung eingeschränkt? Kann ich danach gleich wieder zur Arbeit gehen?

Eine Wurzelkanalbehandlung ist deshalb sehr anstrengend, weil Sie lange den Mund geöffnet halten müssen. Hinterher ist man deshalb eventuell etwas erschöpft. Im Prinzip spricht jedoch nichts gegen Auto fahren oder arbeiten.

Schmerzpatienten, die bereits mit "dicker Backe" oder sehr starken Schmerzen die Praxis aufsuchen, empfehlen wir mindesten an dem gleichen Tag sich und ihrem Körper ein wenig Ruhe zu gönnen. Damit wird die Genesung positiv beeinflusst.

7. Wie lange halten wurzelkanalbehandelte Zähne?

Wurzelkanalbehandelte Zähne können viele Jahre ihren "Dienst" tun. Wenn diese Zähne doch kaputt gehen sollten, liegt es häufig eher daran, dass sie als Brückenpfeiler oder für anderen Zahnersatz als Ankerzähne dienen und dadurch überlastet werden. Sie brechen einfach ab oder werden durch den Kaudruck gespalten wie die Axt ein Holzscheit spaltet.

8. Benötigt der wurzelkanalbehandelte Zahn wirklich eine Krone?

Die bekannte Anfälligkeit wurzelkanalbehandelter Zähne gegen zu hohe Belastungen führt dazu, dass man bei stärker defekten Zähnen einen Glasfaserstift im Wurzelkanal verankert. Er unterstützt den Zahnaufbau. Der Zahn wird dann mit einer Krone versorgt. Die Krone umfasst wie der Metallring eines Weinfasses den Zahn und hält diesen zusammen und stabilisiert ihn.

9. Beim Röntgen wurde eine Entzündung an der Wurzelspitze festgestellt.

Ich habe aber keine Schmerzen. Ist die Wurzelkanalbehandlung trotzdem wirklich notwendig? Wenn im Röntgenbild eine sog. Aufhellung, also eine Entzündung, festgestellt wurde, ist eine Behandlung medizinisch immer zu empfehlen. Der Schmerz ist kein verlässliches Zeichen. Er kann zudem jederzeit eintreten und das meist, wenn man es gar nicht gebrauchen kann wie Heilig Abend, im Urlaub oder am Wochenende. Bitte bedenken Sie, dass viele Erkrankungen im menschlichen Körper spät und manchmal zu spät erkannt werden, weil sie nie Beschwerden verursacht haben.

Zudem weiß man, dass die Bakterien sich im ganzen Herz- und Kreislaufsystem ausbreiten können. Sie stellen somit ein allgemeingesundheitliches Risiko wie die Parodontits dar.

10. Was passiert, wenn die Wurzelkanalbehandlung nicht erfolgreich ist?

Leider kann man manche Zähne aus verschiedenen Gründen nicht mehr retten. Ein Versuch kann noch über eine Wurzelspitzenresektion (WSR) gemacht werden (siehe oben). Sollte auch hier ein Erfolg aussichtslos sein, so zeigten wissenschaftliche Studien, dass das Setzen eines Zahnimplantates die beste Alternative ist.